Bahninfrastruktur

SBB AG Betriebszentrale Mitte Olten

Auf dem Gelände des früheren Industriewerks Olten baut die SBB Infrastruktur eine von vier Betriebszentralen, von welcher aus, ab 2016, alle Stellwerke der Betriebsregion Mitte gesteuert werden. Aus dem kompakten Bau der Betriebszentrale in Olten, welcher in seinem Innern aufwendige Technik verbirgt, steuern die Zugverkehrsleiter/-innen der SBB künftig die Weichen und Signale von Bern bis Brugg und von Basel bis Luzern.

Über dem weitläufigen Gleisfeld des Bahnhofs Olten befindet sich neu die Betriebszentrale Mitte (BZ Mitte). Der Einbau der komplexen und redundanten Haus-, Telekommunikations- und Bahntechnik ist ebenso anspruchsvoll wie zeitintensiv.

Im März 2015 wird ein erster Teil des operativen Betriebs migriert. Damit werden beispielsweise die Strecke Mattstetten  bis Mellingen oder die Strecken Solothurn-Olten und die Strecke Olten bis Nottwil überwacht und bei Bedarf gesteuert. Weitere Fernsteueranlagen werden in der Folge ebenso in die Betriebszentrale verlegt. Es ist geplant, dass die Gesamtanlage ab Mitte 2016 vollständig operativ tätig sein soll.

Die SBB-Strategie zur Zentralisierung der weit über hundert bedienten Stellwerke und Fern-steuerzentren sieht vor, dass ab 2016 das gesamte SBB Netz nur noch von vier Betriebszentralen aus gesteuert werden soll, welche sich in Lausanne, Zürich, Pollegio und Olten befinden.

Insgesamt werden 350 Personen in der neuen Betriebszentrale arbeiten. Neben den 100 Arbeitsplätzen im Kommandoraum für die Zugverkehrsleiterinnen und -leiter bietet das neue Gebäude weitere 180 Büroarbeitsplätze. Damit die neue BZ Mitte an diesem Standort entstehen konnte, mussten die ehemalige SBB-Lehrlingswerkstatt und andere Anlagen der alten Industriewerkstatt dem neuen Hightech-Gebäude weichen.

Betriebsnotwendige Technik wird zweifach versorgt
Redundanz ist allein deshalb Pflicht und Basis für die gesamte Planung, weil von der BZ Mitte aus, zukünftig über 3'000 Weichen und 2'900 Signale überwacht und gesteuert werden können. Das Gebäude wird deshalb auch von zwei verschiedenen Unterwerken aus mit Hoch- und Mittelspannung versorgt. Beide Versorgungsleitungen führen zu Trafozellen in getrennten Brandabschnitten. Auch die übrige Gebäudetechnik ist redundant ausgelegt. Auch die Kühlung der betriebsnotwendigen Technik ist über von einander unabhängigen Anlagen gesichert.

Lüftung und Klimatechnik
Um eine Überhitzung der unzähligen im Einsatz stehenden Server, Router und Rechner zu vermeiden, werden die Geräte, wie in modernen Datencentren üblich, gezielt gekühlt: Direkt unter den unzähligen Racks wird die kühle Luft eingeblasen, strömt über die Geräte nach oben und wird dort sogleich wieder abgesaugt. Die beträchtliche Abwärme wird dann zum heizen von Büroräumen genutzt.

Um Platz und Energieleistungen einzusparen, wird die Lüftung aufgeteilt. Die Hauptanlage versorgt alle Geschosse bis und mit dem dritten Stockwerk und ist im ersten Obergeschoss, also in der Mitte des Gebäudes, untergebracht. Der Kommandoraum, in welchem bis zu 100 Mitarbeitende tätig sein werden, verfügt über eine separate Anlage. Kühlende Medien wie Wasser sind aus Sicherheitsgründen in der Nähe der hochsensiblen Technik ausgeschlossen.

Die Ausführungsplanung und Installation der gesamten Lüftungs- und Klimatechnischen Anlagen wurden der Riggenbach AG anvertraut

Von der SBB Industriewerkstatt zum neuen Stadtquartier
1855 wurde in Olten die Werkstätte der Schweizerischen Centralbahnen (SCB) in Betrieb genommen. Mehr als 100 Mitarbeiter führten unter dem Werkstattleiter Niklaus Riggenbach Reparaturen aus, bauten neue Wagen und sogar Lokomotiven. 1902 wurde die SCB Bestandteil der neu gegründeten SBB. Die weitläufigen Hallen wurden zur Hauptwerkstätte, die bis in die 1970er Jahre in Betrieb blieb. Gemäss Gestaltungsplan «Areal Bahnhof Nord» sollen hier in den nächsten 10-15 Jahren bis zu 5 weitere Gebäude entstehen. Der erste Baustein wurde mit der Betriebszentrale Mitte gelegt.